Rasen vertikutieren - Wie & wann?

Wer einen schönen und kräftigen Rasen haben möchte, muss ihm gelegentlich etwas Pflege gönnen. Sicher haben Sie in diesem Zusammenhang schon sehr häufig den Begriff Vertikutieren gehört. Hier die wichtigsten Fakten:

Was heißt vertikutieren?

Vertikutieren heißt übersetzt so viel wie vertikales Schneiden, -kutieren kommt von coutre, französisch Messer. Sinn ist, die vielfältigen Verflechtungen aufzuschneiden, die sich im Rasen durch Schnittgutreste und Teile anderer Pflanzen bilden. Dieser sogenannte Rasenfilz schneidet dem Rasen die Nährstoffzufuhr ab, je dichter er ist, desto weniger Wasser und Luft haben Zugang. Außerdem fördert er auch noch die Moosansiedlung, dieser ungewünschte Gast liebt die kuschlig-feuchte Atmosphäre im Rasenfilz.

Durch das Vertikutieren wird alles, was sich in der Ebene über der Grasnabe angesiedelt hat, direkt entfernt oder soweit gelockert, dass es leicht entfernt werden kann. Auch Verwachsungen unter der Oberfläche werden durchschnitten, hier kann wieder Nährstofftransport stattfinden. Ein lange nicht vertikutierter Rasen hat zum Beispiel oft gelbe Stellen, hier kam kein Wasser mehr durch.

Wann soll es geschehen?

Sie werden ohnehin beim Vertikutieren auch sehr viele Rasenpflanzen entfernen. Wenn dann noch ein Teil der Rasenpflanzen durch Überwucherung abgestorben ist, wird nach ausgiebigem Vertikutieren nicht viel Rasen übrig sein. Also wird zum Vertikutieren die Zeit gewählt, in der der Rasen sehr regenerationsfähig ist. Das ist das Frühjahr, kurz vor Beginn der Wachstumsperiode, dann kann der Rasen sich noch ein wenig erholen, bis das Wachstum mit Macht einsetzt. Auch die Nachsaat, die nach dem Vertikutieren meist unterstützend eingebracht wird, gedeiht im Frühjahr gut.

Normal gepflegter Rasen kann auch im Herbst noch einmal leicht aufgelockert werden, damit er im nächsten Frühjahr unbelastet mit dem Wachstum starten kann. Wenn es um die Grundpflege eines völlig verwachsenen Rasens geht, müssen Sie mehr tun:

Wie wird vertikutiert?

Es gibt spezielle Vertikutierer, die mit rotierenden, mit Messern besetzten Wellen ausgestattet sind. Sie werden einfach über den Rasen geschoben, elektrisch angetrieben oder im Handbetrieb. Vertikutieren ist auch mit einer engzahnigen Harke möglich, dann gibt es noch kleine Handvertikutierer mit Rollen, beides erfordert aber einiges an Muskelkraft.

Die Schnitttiefe beim Vertikutieren soll durch die Verfilzung dringen, aber nicht viel tiefer, um die tiefen Rasenwurzeln nicht zu schädigen. Bei feinerem Rasen wird ein Zentimeter Vertikutiertiefe empfohlen, bei kräftigerem Bewuchs bis zu 2 Zentimeter.