Der Rasen lebt vom Boden, auf dem er wächst. Dieser Boden sollte so zusammengesetzt sein, dass die Nährstoffaufnahme nicht behindert wird, und er sollte den richtigen ph-Wert haben. Denn Rasen gedeiht am besten, wenn der ph-Wert des Bodens zwischen circa 5,3 und 7,0 liegt, je nach Boden. In bestimmten Fällen hilft das Rasen kalken dem Wohlbefinden des Rasens.
Wann nützt das Kalken?
1. Rasen wird gekalkt, wenn der Boden zu sauer ist. Das ist im Durchschnitt eher der Fall, als dass der Boden zu basisch (alkalisch) wird. Es gibt einige Anzeiger für zu sauren Boden, zum Beispiel Moos. Sichere Auskunft erhalten Sie, wenn Sie einen ph-Test des Bodens durchführen.
2. Rasen sollte aber auch nur dann gekalkt werden, der Wert kann auch in die andere Richtung tendieren. Wenn zum Beispiel viel Klee zu sehen ist, ist das eher ein Zeichen dafür, dass der Boden einen zu hohen ph-Wert hat, also zu basisch ist. Dann braucht der ph-Wert nicht noch zusätzlich durch Kalken erhöht werden, im schlimmsten Fall entzieht man dadurch den Rasengräsern endgültig die Lebensgrundlage.
Rasen richtig kalken
Damit der Kalk eindringen kann, wird nach dem Vertikutieren gekalkt. Denn durch das Vertikutieren wird der Rasen von Fremdbewuchs befreit und durchlüftet, er kann sich nun ganz auf die Nährstoffaufnahme konzentrieren.
Der beste Zeitpunkt ist das Frühjahr, kurz vor Beginn der Wachstumsperiode wird erst vertikutiert, dann gekalkt, dann bekommt der Rasen noch einmal etwas Ruhe. Wenn das Wachstum beginnt, wird dann gedüngt (immer Abstand zwischen Kalken und Düngen belassen).
Die Kalkmenge bestimmen
Welche Menge Kalk (möglichst gleichmäßig) ausgebracht werden sollte, richtet sich nach der Zusammensetzung Ihres Bodens und dem gemessenen ph-Wert. Hier eine kleine Übersicht:
Leichte Böden (Sand oder lehmiger Sand) mit ph-Wert unter 5,3 bekommen maximale 150 bis 200 Gramm Kalk pro Quadratmeter. Bei ph-Wert 5,3 bis 5,7 werden 120 bis 180 Gramm Kalk ausgebraucht, bei einem höheren ph-Wert darf überhaupt nicht gekalkt werden.
Mittlere Böden aus sandigem oder schwererem Lehm bekommen 300 bis 400 Gramm Kalk pro Quadratmeter, wenn der ph-Wert unter 5,7 liegt, bei einem ph-Wert zwischen 5,7 und 6,5 sollten Sie 180 bis 250 Gramm Kalk ausbringen, darüber nicht kalken. Bei schweren Böden aus Lehm und/oder Ton ist schon ein ph-Wert unter 6,3 niedrig, der Boden bekommt dann bis 400 Gramm Kalk pro Quadratmeter, bei einem ph-Wert zwischen 6,3 und 6,9 sollten 250 bis 350 Gramm aufgebracht werden, ab 6,9 kein Kalk mehr.
Wenn der ph-Wert des Bodens einmal korrigiert wurde, reicht diese Korrektur meist zwei bis drei Jahre. Wenn der gemessene ph-Wert extrem niedrig ist, sollten Sie wiederholt kleine Gaben kalken, also auch im Sommer und im Herbst, bis der gewünschte pH-Wert erreicht ist. Hier empfiehlt sich eine Kontrolluntersuchung des pH-Wertes nach einiger Zeit.
Wollen Sie kalkhaltigen Dünger ausbringen, muss die Kalkmenge reduziert werden.